Physiotherapie: die Anamnese, die weiterführt
Nackenbeschwerden, Schwindel, muskuläre Verspannungen: Viele Menschen mit Migräne suchen zuerst eine physiotherapeutische Praxis auf – teils noch ohne gesicherte Diagnose. Ein neues Video zeigt, worauf es bei der Anamnese ankommt.

Wenn Betroffene mit Nacken- oder Schwindelbeschwerden in die Physiotherapie kommen, steht am Anfang eine Weichenstellung: Handelt es sich um Beschwerden, die physiotherapeutisch beeinflussbar sind – oder deutet das Beschwerdebild auf eine Migräne hin, die zuerst ärztlich abgeklärt gehört?
Was das Video vermittelt
Die Physiotherapeutin, Manualtherapeutin und Kopfschmerzexpertin Heike Kubat, MSc, zeigt in rund fünfzehn Minuten, wie eine strukturierte Anamnese abläuft. Das Video unterstützt Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten dabei,
● Kopfschmerzbeschwerden gezielt und strukturiert zu erfassen
● nach Verlauf, Häufigkeit, Begleitsymptomen und Beeinträchtigung im Alltag zu fragen
● mögliche Hinweise auf eine Migräne zu erkennen
● physiotherapeutisch beeinflussbare Beschwerden differenziert einzuordnen
● Warnzeichen und die Grenzen der physiotherapeutischen Behandlung zu beachten
● bei Bedarf eine ärztliche oder neurologische Abklärung zu empfehlen
Ergänzung, nicht Ersatz
Eine fundierte physiotherapeutische Anamnese ersetzt keine ärztliche Diagnose. Sie kann jedoch wesentlich dazu beitragen, eine Migräne früher zu erkennen, unnötige oder nicht zielführende Behandlungen zu vermeiden und Betroffene sicher in die passende interprofessionelle Versorgung weiterzuleiten.
Für Betroffene
Wer sieht, welche Fragen in einer guten Anamnese gestellt werden, kann sich darauf vorbereiten. Ein geführter Kopfschmerzkalender mit Angaben zu Häufigkeit, Dauer, Begleitsymptomen und Ausfallzeiten ist dabei die beste Grundlage.
Mit diesem Angebot möchte Migraine Action die Rolle der Physiotherapie innerhalb einer vernetzten, wissenschaftlich fundierten und patientenzentrierten Migräneversorgung stärken.
Video mit Heike Kubat, MSc, Studienleiterin Berner Fachhochschule, Departement Gesundheit. Verfügbar ab 20. September 2026.
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